Infinite Screen

Infinite Screen – Der Turm von Babel

AROTIN & SERGHEI, „INFINITE SCREEN – Der Turm von Babel“, 2016, Kunsthistorisches Museum Wien 
Photo: Andreas Scheiblecker 

Die Installation „INFINITE SCREEN – Der Turm von Babel“ von AROTIN & SERGHEI wird vom 22. September – 19. Oktober 2016 täglich ab Einbruch der Dunkelheit bis um Mitternacht als bewegte Großbildprojektion (1200 m2) auf die Hauptfassade des Kunsthistorischen Museums Wien anlässlich seines 125 Jahre-Jubiläums präsentiert. Leitmotivischer Ausgangspunkt ist der „Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel d. Ä., eines der berühmtesten Gemälde des Museums.

Der babylonische Turm verwandelt sich in eine radarförmige, endlos kreisende Lichtzellen-Struktur, aus der immer wieder Bilddetails von Meisterwerken aus der Sammlung des KHM auftauchen. Begleitend dazu komponierten AROTIN & SERGHEI eine Klanginstallation aus Geräuschen und elektronisch manipulierten Motiven von Bach, Wagner sowie aus Schuberts Spätwerk und seiner „Unvollendeten“ (Sinfonie in h-moll), eingespielt am Klavier durch den Starpianisten Mikhail Rudy und Alexander Arotin. Darüber hinaus verwendeten die Künstler Textfragmente u.a. von Homer, Dante, Karl Kraus, Beckett und Wittgenstein, aus dem Mahabharata und von Navigationssystemen. Die kreisförmige Dynamik als prägendes Element in Wien, von Walzer und Riesenrad bis hin zur Ringstraße, bildet die Hauptstruktur für die „unendliche Bewegung“ von Bild und Klang in „INFINITE SCREEN – Der Turm von Babel“. Das Projekt wurde von museum in progress unter der Leitung des Kurators Kaspar Mühlemann Hartl initiiert.

Parallel zur Installation beim Kunsthistorischen Museum findet vom 22. September – 25. Oktober 2016 in den Räumlichkeiten des Auktionshauses Artcurial (Rudolfsplatz 3, 1010 Wien) die Ausstellung „LIGHT CELLS – intermedial painting“ statt. Gezeigt werden bildende Werke von AROTIN & SERGHEI, die einen thematischen oder formalen Konnex zur Installation beim KHM aufweisen.

„INFINITE SCREEN“ ist ein work in progress, das in mehreren Realisierungsformen und in unterschiedlichen Kontexten in Erscheinung tritt. Der erste Teil wurde 2013 in Kooperation mit museum in progress und dem Klangforum Wien im Großen Saal des Wiener Konzerthauses realisiert. Zur Uraufführung von Aureliano Cattaneos „Parole di settembre I–III“ gestalteten die beiden Künstler eine Projektion, die auf einer 12 x 12 Meter großen Leinwand zu sehen war. Live zur Musik animiert setzte sich die Installation intensiv mit dem Durchbrechen der Bildfläche durch die Illusionsmalerei der italienischen Frührenaissance, und im Besonderen mit Andrea Mantegna auseinander, dem der ganze Abend gewidmet war. Seine zentrale Thematik der Perspektive fand unter anderem in Form von montierten Bildzitaten Eingang in die Projektion. Gleichzeitig reagierte die Installation als gleichberechtigter Partner auch äußerst sensibel auf die Musik. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Projekt 2015 an die Kunstbiennale in Venedig eingeladen, wo es zur Eröffnung des Musikprogramms neu präsentiert wurde. 2014 realisierten die Künstler an der Ars Electronica im Brucknerhaus Linz den zweiten Teil von „INFINITE SCREEN“, der sich mit Wittgensteins Philosophie und Wahrnehmungsfragen auseinandersetzte. Ebenfalls an der Ars Electronica konnte das Künstlerduo 2015 und 2016 im Ausstellungsraum „Deep Space“, der mit Hochleistungsprojektoren ausgestattet ist, mit extremhochauflösenden Bildmaterialien experimentieren und in atemberaubender technologischer Perfektion das Projekt „White Point“ umsetzen.

In Vorbereitung der Wiener Installation beim Kunsthistorischen Museum und in Auseinandersetzung mit Bruegels Turm von Babel gestalteten die Künstler mit ihren „Vinyl-Klang-Bildern“ eine Sonderedition aus zwölf nummerierten und handsignierten Unikaten, die aus kolorierten Drucken auf transluziden Vinylplatten bestehen und mit 24 Karat Blattgold beschichtet sind. Die Edition wird in einer Künstler-Schatulle präsentiert und kann sowohl an die Wand gehängt oder mit einem Plattenspieler abgespielt werden. In ihrer neunminütigen Klangkomposition verbinden die Künstler Elemente wie Wasser und Feuer, menschliche und maschinelle Stimmen sowie Klänge aus Bachs „Kunst der Fuge“. Für weitere Informationen siehe: www.mip.at/shop/vinyl-klang-bilder

„INFINITE SCREEN – Der Turm von Babel“ ist ein Projekt von museum in progress in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien, der Ars Electronica und Artcurial, unterstützt von Espace Muraille, TRSZ und Bildrecht. Video- und Tontechnik: Rezac High Power Projection. Kurator: MMag. Kaspar Mühlemann Hartl.

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