St. Petersburg

Über Aleksandr Petljuras Beitrag zum Balkan Konsulat

„Das Imperium der Dinge. Danke für die Hilfe“, 2000–2001

Aleksandr Petljura steht in der jüngeren russischen Kulturgeschichte für zwei Dinge. Er gründete und leitete einerseits in den 90er Jahren das bekannteste freie Kulturzentrum Moskaus am Petrovskij Boulevard 12. Die sich selbst überschlagende russische Independent-Kunst während der Perestrojka fand hier ihren zentralen Szenetreffpunkt. Nach der Schließung des Geländes 1995 durch die wiedererstarkte Staatsmacht wandte sich Petljura andererseits seiner eigentlichen Meisterschaft zu. Er sammelt seit mehr als 25 Jahren akribisch Kleidung und Objekte, die er auf ausgedehnten Streifzügen auf Flohmärkten und überall dort, wo Moskau seine reiche Geschichte verschütt gehen lässt, zusammenträgt. Entstanden ist ein riesiges und einzigartiges Privatarchiv rarer Dinge, eine Ideengeschichte Russlands, die von der Jahrhundertwende über die Ära der UdSSR bis in die Gegenwart reicht. Die Kollektion umfasst über 20 000 Stücke: Schuhe und Kostüme, Kleidungsaccessoires und Alltagsgegenstände. „Ich bin ein Sammler“, sagt Petljura über sich selbst, „ich sammle Objekte, die nicht von mir, sondern von anderen gemacht wurden. Nach dem allgemeinen Müllstadium können Objekte noch drei weitere Stadien durchlaufen. Die erste besteht aus der wissenschaftlichen Erforschung. Hier untersuche ich, ob ein Ding noch gebraucht werden kann. Die zweite Stufe ist eine stationäre Ausstellung, die dritte besteht in theatraler Aktion.“

(rotor - association for contemporary art)

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