Geschälte Zeit 08

museum in progress stellt Fragen an: Pia Gazzola

Für die Ausstellungsserie „Geschälte Zeit“ von museum in progress im DATUM wählten Sie als Grundlage für Ihr Werk das Datum 4. November 2004. Welche Bedeutung trägt dieses Datum für Sie, was verbinden Sie damit?

Der 4. November 2004 ist ein symbolisches Datum, ein geheimes Datum.

Haben Sie sich schon in früheren Arbeiten mit diesem Thema auseinandergesetzt?

Ja, das Thema „Zeit“ ist fast immer der Ausgangs-Schwerpunkt für meine Arbeit gewesen, so sehr, dass ich mich in meiner künstlerischen Tätigkeit als „Zeitplastikerin“ bezeichne.

Welche Aspekte Ihres künstlerischen Schaffens sind Ihnen besonders wichtig?

Die reduzierte, kompakte Form, die Leichtigkeit, die Ironie und die Nähe zur Natur, die Poesie.

Wenn Sie eines Ihrer Werke bestimmen könnten, das die Zeiten überdauert und auch in der fernen Zukunft noch betrachtet wird, welches würden Sie wählen?

Keines, da mein Dialog mit der Gegenwart grundsätzlich keinen Anspruch stellt, die Zeiten zu überdauern. Meine Arbeit soll nur eine Spur, ein Schatten sein, den mein Denken hinterlässt.

Spielen prägende Erlebnisse eine Rolle in Ihrer Kunst? Wenn ja: Was wäre ein Beispiel dafür?


Der Kontakt mit der Natur, die Tension der Gefühle, meine Existenz in fremden Ländern, die Anpassungsfähigkeit, die Grenzen der verschiedenen Sprachen.

Worin besteht für Sie der Reiz, ein Werk für den öffentlichen oder medialen Raum zu schaffen?

Im Bedarf nach Konfrontation, nach Wirksamkeit meines Werks im öffentlichen Raum und in der Gelegenheit, es mit fremden Augen zu betrachten.

Inwiefern sollte Kunst eine gesellschaftspolitische Funktion erfüllen?

Als Beweiskraft eines subjektiven/objektiven und unvoreingenommenen Denkens, ohne Vorurteile.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach gute Kunst aus?

Die Ehrlichkeit, die Notwendigkeit, die Amplitude und die Relativität.

Wo liegen die Grenzen der Kunst?


Im Übermut und der Spekulation.


Alle Künstler/innen, die an der Ausstellungsserie „Geschälte Zeit“ teilnehmen, werden jeweils gebeten, die gleichen Fragen zu beantworten. Damit werden einerseits der serielle Charakter des Projektes und andererseits die individuellen Blickwinkel der Künstler/innen betont. Außerdem erhalten die interessierten Leser/innen dadurch weiterführende Informationen zu den einzelnen Werken und ihren Urhebern.

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