KünstlerInnenporträts 39

Gespräch mit Oliver Croy

AutorInnen
Judith Fischer

Judith Fischer: Das Leben bedeutet für Sie: „Spaß“, oder „Anstrengung“, oder „Herausforderung“, oder „Ernst“?

Oliver Croy: Spaß.

JF: Sie werden zum Essen ins feine Restaurant eingeladen, was bestellen Sie: „Das Beste“, oder „etwas Kalorienarmes“, oder „hängt ganz von Ihrem Appetit ab“, oder „billigere Speisen als sonst“?

OC: Das Beste.

JF: Beim Anblick eines kirschroten Schmollmundes mit leicht geöffneten Lippen denken Sie an: „Sehnsucht“, oder „Werbung“, oder „Dümmlichkeit“, oder „erotische Extase“?

OC: Erotische Extase.

JF: Welches Unwetter schlägt Ihnen am heftigsten aufs Gemüt: „Tobende Gewitter“, oder „gewaltige Stürme ohne entspannenden Regen“, oder „starker Dauerregen“, oder „eisiger Hagel“?

OC: Starker Dauerregen.

JF: Wie fühlen Sie sich im österreichischen Trachtenlook: „Sehr gut, kleide mich häufiger in diesem Stil“, oder „ich wähle ihn dann, wenn es dazupasst“, oder „ich kombiniere ihn, etwa mit einer Jeans“, oder „ist nichts für mich“?

OC: Ist nichts für mich.

JF: Bedecken Sie mit der linken Hand Ihre linke Gesichtshälfte. Dazu winkeln Sie zuerst die Hand nach hinten ab, stützen den Handballen aufs Kinn und legen dann die Handfläche entlang der Nase aufs Gesicht. Die Fingerspitzen reichen: „bis knapp über die Augenbrauen“, „etwa bis zur Mitte meiner Stirn“, „sogar bis zum Haaransatz“, „verstehe die Aufgabe nicht“.

OC: Bis zu der Mitte meiner Stirn.

JF: Fällt es Ihnen leicht, sich zu Ihren Schwächen zu bekennen: „ja, meine Stärke liegt darin, sie offen auf den Tisch zu legen“, oder „nur, wenn es unbedingt sein muss“, oder „nein“, oder „über meine Schwächen wissen nur jene Menschen Bescheid, die ich mag“?

OC: Nur, wenn es unbedingt sein muss.

JF: Welche Blume entspricht am ehesten Ihrer Persönlichkeit: „eine Margerite“, oder „eine Rose“, oder „eine Feuerlilie“, oder „ein Gänseblümchen“?

OC: Eine Margerite.
 
JF: Welcher männliche Charakter imponiert Ihnen am stärksten: „ein kraftstrotzender, muskelbepackter Naturbursche“, oder „ein verführerischer Gigolo, der seine fast außerirdisch schönen Züge zum eigenen Vorteil einsetzt“, oder „eine verantwortungsvolle Vaterfigur, der Mann, der vieles hinter sich hat“, oder „ein sensibler Softie mit femininen Zügen“?

OC: Naturbursche.

JF: Welche Konservendosen dürfen auf Ihrem persönlichen Speisezettel aufscheinen: „alle“, oder „nur die mit besonders delikatem Inhalt, etwa Weinbergschnecken“, oder „nur jene, deren Geschmack nicht von der Konserve zeugt, etwa Tintenfisch, Sardinen“, oder „gar keine“?

OC: Alle.

JF: Mit Gewichtsproblemen: „kann ich leben“, oder „kann ich umgehen“, oder „habe ich nichts zu tun“, oder „kämpfe ich heftig“?

OC: Kann ich umgehen.

JF: Halten Sie regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen ein: „ja, mehrmals pro Jahr“, oder „nein“, oder „naja, unregelmäßig“, oder „eigentlich nie“?

OC: Unregelmäßig.

JF: Welches Nachtgewand bevorzugen Sie: „einen herkömmlichen Pyjama oder Nachthemd“, oder „keines“, oder „T-Shirt, langes Hemd“, oder „verführerische Negligées“ oder „Seidenpyjamas“?

OC: T-Shirt.

JF: Wovor hegen Sie die größte Furcht: „Arbeitslosigkeit“, oder „Geldprobleme“, oder „Krankheit“, oder „unendliche Langeweile“?

OC: Krankheit.

JF: Betrachten Sie einen handgeschriebenen Brief aus Ihrer Feder stammend. Ihre Unterschrift ist im Verhältnis zum übrigen Geschriebenen: „kleiner“, oder „etwa in der selben Größe wie die übrige Schrift“, oder „eindeutig größer“, oder „das hängt meistens von der momentanen Seelenlage bzw. Verfassung ab“?

OC: Eindeutig größer.

JF: In welcher Gesellschaft fühlen Sie sich am Wohlsten: „lustige, gesellige Menschen“, oder „Bücher“, oder „dem Fernsehapparat“, oder „Tiere und Kinder“, oder „intelligente Diskussionspartner“?

OC: Fernsehapparat.

JF: Wann sind Sie am ehesten Schüchtern: „Wenn Sie die große Liebe Ihres Lebens treffen“, oder „bei einer Gehaltsverhandlung“, oder „wenn Sie im Mittelpunkt einer großen Gruppe stehen“, oder „beim Eingestehen eines Fehlers“?

OC: Wenn ich die große Liebe meines Lebens treffe.

JF: Welche Mentalität spricht Sie am stärksten an: „skandinavische Kühle“, oder „italienisches Feuer“, oder „britische Gelassenheit“, oder „französischer Übermut“?

OC: Skandinavische Kühle.

JF: Geweint haben Sie zum letzten Mal: „beim Zwiebelschneiden“, oder „als ich meine Sinne im Rausch ertränkte“, oder „aus Liebeskummer“, oder „als das Schicksal mit voller Härte zuschlug“?

OC: [lacht]


(Wien, Juli 1995)

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