Geschälte Zeit 07

museum in progress stellt Fragen an: Adeola Olagunju

Für die Ausstellungsserie „Geschälte Zeit“ von museum in progress im DATUM wählten Sie als Grundlage für Ihr Werk das Datum 1. Januar 2012. Welche Bedeutung trägt dieses Datum für Sie, was verbinden Sie damit?

Der 1. Januar 2012 markiert für Nigerianer einen schmerzvollen und kontroversen Moment, der durch die Regierung verursacht wurde, die beschloss, ihre Staatsmacht dahingehend auszuüben, dass der Ölpreis dieses Mal unfassbar erhöht wurde. Und zwar mit der überheblichen Behauptung, damit das Leben der Bevölkerung zu verbessern; es wurde bald im In- und Ausland erkannt, dass diese Behauptung vorgeschoben war.

Haben Sie sich schon in früheren Arbeiten mit diesem Thema auseinandergesetzt?

Nein… das habe ich nicht.

Welche Aspekte Ihres künstlerischen Schaffens sind Ihnen besonders wichtig?

Stereotype zu Körper, Sexualität und gesellschaftlich-religiösen Ansichten zu hinterfragen.

Wenn Sie eines Ihrer Werke bestimmen könnten, das die Zeiten überdauert und auch in der fernen Zukunft noch betrachtet wird, welches würden Sie wählen?

Bloodline-Bloodlust

Spielen prägende Erlebnisse eine Rolle in Ihrer Kunst? Wenn ja: Was wäre ein Beispiel dafür?

Ja... Meine künstlerische Sprache untersucht das Thema Stereotype wegen seiner unterdrückenden Auswirkung auf mich selbst, und ich glaube, dass viele afrikanische Frauen die gleichen Erfahrungen gemacht haben wie ich, nämlich von gesellschaftlichen Erwartungen und Herabsetzung bestimmt zu sein, wodurch man daran gehindert wird, sich auszudrücken...

Worin besteht für Sie der Reiz, ein Werk für den öffentlichen oder medialen Raum zu schaffen?

Der Reiz besteht darin, einer breiteren Öffentlichkeit von der subtil geformten Ideologie zu erzählen, die üblicherweise durch Emotionen, tatsächliche Gegebenheiten und sogar durch Unbekanntes in der Kunst erfahren wird.

Inwiefern sollte Kunst eine gesellschaftspolitische Funktion erfüllen?

Mit der Zeit gelingt es der Kunst auf die eine oder andere Art Barrieren zu durchbrechen, selbst wenn sie eingeschränkt, verborgen oder zerstört ist. Die Gesellschaft sollte die Kunst bekommen, die sie verdient, und zwar ohne Einschränkungen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach gute Kunst aus?

Angeleitet durch die Prinzipien und Grundlagen des Entwurfs frage ich: Ist es gut? Ist es neu? Ist es eine Neuauflage von etwas, das schon früher gemacht wurde? Davon abgesehen denke ich, dass keine Regeln oder Kalküle verstanden werden müssen, um sich ganz mit moderner Kunst auseinanderzusetzen.

Wo liegen die Grenzen der Kunst?

Die Grenzen der Kunst sind zahlreich und reichen von schlechter Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu willkürlicher Ausstellung vor einem Publikum, das keinerlei Einführung in die Kunst, die es betrachtet, und die Beweggründe hinter dem Werk erhält.


Alle Künstler/innen, die an der Ausstellungsserie „Geschälte Zeit“ teilnehmen, werden jeweils gebeten, die gleichen Fragen zu beantworten. Damit werden einerseits der serielle Charakter des Projektes und andererseits die individuellen Blickwinkel der Künstler/innen betont. Außerdem erhalten die interessierten Leser/innen dadurch weiterführende Informationen zu den einzelnen Werken und ihren Urhebern.

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