Reise zu den Quellen

Reise zu den Quellen

AutorInnen
Stella Rollig

Als Kuratorin des großzügig angelegten Reiseprogramms für junge österreichische Künstler schien es mir bei der Konzepterstellung von Anfang an wichtig, das Unternehmen durch eine stringente inhaltliche Bündelung als „immaterielle Themen-Ausstellung“ zu definieren.

Wie eine solche Schau Exponate vereint, die mit unterschiedlichsten künstlerischen Ansätzen, Mitteln und formalen Lösungen eine Auseinandersetzung mit einem kongruenten Stoff demonstrieren, wird die „Reise zu den Quellen“ künstlerische Projekte vorstellen, die um das Sujet Nähe – Ferne, Vertrautes – Fremdes, Eigenes – Anderes kreisen.

Künstler werden aufgefordert, sich mittels eines eigens dafür entwickelten Projekts um die Teilnahme an dieser „Ausstellung“ zu bewerben. Die Destination ihrer Reise steht ihren Absichten im Rahmen des Streckennetzes der Austrian Airlines frei. Die endgültige Einladung zur „Ausstellung“ erfolgt nach schriftlicher Einreichung und, wenn nötig, persönlichem Gespräch.

Meine zentrale Idee für die Reisemöglichkeiten trifft wohl der Begriff der Begegnung am besten – sei es die Begegnung mit einer Persönlichkeit, deren Arbeit dem potentiellen Besucher wichtige Impulse gibt, oder einer (nicht unbedingt) kulturellen Institution. Die Sinnhaftigkeit v.a. eines eventuell gewünschten Treffens mit Personen sollte außer mit dem konkreten Werkvorhaben durch einen Zusammenhang mit bisherigen Untersuchungsfeldern im Oeuvre des betreffenden Künstlers plausibel gemacht werden.

Als Gegenleistung für Flugticket und Aufenthaltspauschale wird jeder Reisende um einen Beitrag für ein nach Abschluß der Aktion erscheinendes Buch gebeten. Mit diesem Buch wird das Ergebnis des Projekts der Öffentlichkeit präsentiert. Die Auseinandersetzung junger Künstler mit den Themen Mobilität und Aneignung fremden Materials wird anhand paradigmatischer Arbeiten vorgeführt. Gleichzeitig vermittelt eine solche Dokumentation die Entwicklung eines künstlerischen Prozesses von der Ideenfindung, der Entscheidung für ein bestimmtes Forschungsobjekt, bis zu einer kreativen Aussage darüber – ein meiner Ansicht nach sehr wichtiger Beitrag zum Verständnis zwischen Künstler und Publikum, zur Entmystifizierung der Kunst. Nicht zuletzt bedeutet die Veröffentlichung in diesem Katalog für den Künstler die Rechtfertigung seiner Reise auf dem Prüfstand von Kritik und allen Kunstinteressierten.

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