Kunst und Globale Medien

Kunst und Globale Medien. Symposium. Virtuell. Real.

AutorInnen
Peter Weibel

Das Symposium will versuchen, die Wirkungen, welche die globalen Medien als Phänomen der 90er Jahre auf Kultur und Ökonomie ausüben, zu untersuchen und beim Namen zu nennen.

Zu den fundamentalen Effekten der Informationstechnologie auf die zeitgenössische Welt gehört die globale Ökonomie, die durch einen beinahe instantanen Fluß von Information, Kapital und kultureller Kommunikation charakterisiert ist. Informationsökonomie und der Prozess der Globalisierung sind nicht zu trennen. Die Umrisse der bisherigen „Weltordnung“, die von einer Logik der Nord-Süd-Beziehungen gekennzeichnet war und in einer politischen Landschaft der drei Welten resultierte, haben im Zeitalter der Informationsgesellschaft und der globalen Medien eine grundlegende Transformation erfahren. Wir erleben die Auflösung der Drei-Welten-Theorie und beobachten das Entstehen einer vierten Welt, die vom globalen Informationsfluß ausgeschlossen ist und die als solche punktuell sowohl in den bisherigen ersten und zweiten Welt angetroffen werden kann. Der Wohlstand der industrialisierten Nationen der ersten Welt ist mehr denn je von einem informationellen und ökonomischen Netzwerk abhängig, das auch mit Asien verbunden ist. Daher die Tendenz des sogenannten freien Marktes zur Globalisierung. Die Architektur der globalen Ökonomie geht Hand in Hand mit der Entwicklung eines Netzwerkes einer medialen Globalisation. Dementsprechend ist auch der Aufstieg eines globalen Medienmarktes in den späten 80er Jahren erfolgt. Die neuen Missionare des Kapitals erkannten zunehmend die Bedeutung einer globalen Medienkultur für den liberalen ökonomischen Markt. Globale Telekommunikationssysteme und das weltweite Internet dienen daher nicht den bisherigen kulturellen und aufklärerischen Zwecken öffentlicher Medienanstalten, sondern am Beispiel der US-Mediensysteme können die negativen Konsequenzen einer medialen Globalisierung für die öffentliche Sphäre erkannt werden. Umso wichtiger wird es sein, über die sozialen Konstruktionsmechanismen von Medien und über die medialen Konstruktionsmechanismen von Sozietät informiert zu sein. Daher sind Medienkritik und Gesellschaftskritik nicht mehr voneinander zu trennen.

Zum Symposium eingeladen sind jene Sozial- und Medientheoretiker, die in ihren Schriften als erste die Daten, Fakten und theoretischen Begriffe einführten, welche eine Kritik der globalen Medienkultur ermöglichen: Edward S. Herman, Diana Johnstone, Bruno Latour, Robert McChesney, Vincent Mosco, Dan Schiller und andere.

Parallel zum realen Symposium in Graz findet auch ein virtuelles Symposium allein in den Printmedien mit Pierre Bourdieu, Manuel Castells, Noam Chomsky, Alexander Kluge, Immanuel Wallerstein und anderen statt.

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