Kunst und Globale Medien

Kunst und Globale Medien. Ein Projekt über Medien in Medien

AutorInnen
Peter Weibel

Die Gesellschaft wird immer mehr zu einer Mediengesellschaft. Von der Justiz bis zu den Finanzmärkten, von der Freizeit bis zur Arbeitswelt, von der Erotik bis zur Politik gibt es keine soziale Sphäre, die nicht durch den individuellen und massenhaften Gebrauch der Medien entscheidend geprägt wird. 

Weltweit ist zu beobachten, wie eine globale Ökonomie und die globalen Massenmedien soziale Strukturen verändern. Die Massenmedien – von den Printmedien bis zu den elektronischen Medien – haben die traditionellen Funktionen von Wirklichkeitskonstruktion überformt und übernommen. Die Entstehung neuer sozialer Kommunikationsformen, neuer Klassen und Hierarchien, neuer Formen der Zentralisation, neuer ökonomischer und politischer Mächte wird dadurch begünstigt. Die Konstruktion von Öffentlichkeit und Wissen, von Geschichte und Gedächtnis, von Politik und Gesellschaft wird zu Ende dieses Jahrtausends in zunehmendem Maße von den Massenmedien Zeitung, Internet, TV und Radio dominiert.

Der steirische herbst versucht, durch ein Medienprojekt , das ausschließlich im Medienraum – von den Printmedien bis zu den elektronischen Medien – stattfindet, jene Veränderungen und Konstruktionen der Wirklichkeit durch die Medien bewußt und sichtbar zu machen. Die mediale Konstruktion von Gesellschaft, Geschichte, Gedächtnis, Politik und Öffentlichkeit ist das Grundthema dieses Projektes. In den Medien werden die Medien und die medialen Konstruktionen bzw. Fiktionen reflektiert.

Wie wird Öffentlichkeit im Radio konstruiert, wie Intimität im Fernsehen, welche Art von Politik lesen wir in den Zeitungen, welche Art von News sehen wir im Fernsehen? Die künstlerischen Botschaften werden durchgeschliffen, vernetzt; sie verweisen von einem Medium auf das andere. Es geht nicht nur darum, die Repräsentation von Wirklichkeit in den Medien darzustellen, sondern vielmehr darum, die verschiedenen Konstruktionsmethoden von Wirklichkeit in den verschiedenen Medien zu erhellen. In einem Medium wird das andere Medium reflektiert.

Daher ist es das Ziel dieses Projektes, in Kooperation mit lokalen und globalen Medienpartnern, die traditionellen Institutionen und Orte von Ausstellungen (wie Museen, Galerien etc.) zu verlassen.

Das Projekt beginnt mit dem steirischen herbst 1998 und endet mit dem steirischen herbst 1999. In dieser Zeit findet es punktuell weltweit in den Medien Plakat, Tageszeitungen, Wochenmagazine, Kunstzeitschriften, Radio, Fernsehen, Kabelkanäle und im Internet statt. Das Projekt Kunst und globale Medien besteht aus einer Ausstellung im Medienraum, aus einem Symposium und einem Filmprogramm .

(Wien, Mai 1998)

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