Sprachfelder 32

„Wahl“

AutorInnen
Boris Manner

Wahl f. „Möglichkeit, unter mehreren auszusuchen, Bestimmung nach eigenem Ermessen, nach freiem Entschluß“ , ahd. wala (9. Jh.), mhd. wal(e), im Genus abweichend anord. val n. schwed. val n.;

Walstatt f. „Schlachtfeld , Kampfplatz“, mhd. walstat, mnl. wal(e)stat ist eine Zusammensetzung mit dem unter Statt (s. d.) behandelten Substantiv. Das erste Kompositionsglied besteht aus im Nhd. ausgestorbenem ahd. wal m. n. (ß) „Kampfplatz“ (um 900), mhd. wal(e) n. m. f. „Schlachtfeld, Kampfplatz“, auch allgemein „Feld, Aue“, asächs. wal „Tod“, aengl. wael „die Gefallenen, Schlachtfeld, Blutbad“, anord. Valr „der Tote auf dem Kampfplatz“, verwandt mit (dehnstufig) ahd. wuol „Niederlage, Verderben, Seuche“ (um 800), asächs. wol „Seuche, Pest“. Außergermanisch lassen sich vergleichen air. fuil „Blut“, mir. fuili „blutige Wunden“, lit. veles „geisterhafte Gestalten der Verstorbenen“. Ausgehen läßt sich von * uol- bzw. * uol- „töten, Blut(bad), Schlachtfeld“, die als Ablautformen der Wurzel ie. *uel- „reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde“ (s. Wolle) aufgefaßt werden können. aus: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Akademie-Verlag, Berlin 1989

TransAct 2, Sprachfelder – Archiv
Boris Manner, Redaktion

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