Sprachfelder 18

„Sparen“

AutorInnen
Boris Manner

sparen Vb. „nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben“, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn „(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen“, asächs. sparon, mnd. spāren sparren, mnl. spāren, nl. sparen, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara ist abgeleitet von dem in ahd. spar „sparsam, knapp“ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spaer „kärglich, spärlich“, engl. spare, anord. sparr „sparsam, karg“ belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- „feist“, lat. prosperus (aus *prosperos) „günstig, glücklich“, aruss. sporb „reichlich, sich vermehrend“, russ. spóryj „schnell, gelungen, erfolgreich“, die wie das germ. Adjektiv mit ro- Suffix im Sinne von „weit reichend, ausreichend“ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē- *sphe-“gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen“ (s. auch spät und sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung „etw. (bes. Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen“ entwickelt sich im 16. Jh. –
S p a r e r    „wer spart“ (16. Jh.), daher auch „Besitzer eines Sparkontos“.  s p ä r l i c h Adj. „kümmerlich, selten“ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd sparalihho (9. Jh.), spērliche „auf karge Weise“ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). aus: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Akademie-Verlag, Berlin 1989

SPAREN, verb. parcere. gemeingermanisches wort, für das nur im got. belege fehlen; altn. spara, ags. sparian, neuengl. to spare, afr. spara, ndl. sparen, ahd. sparên, sparoˆn, mhd. sparn. (als lehnwort romanischer sprachen: ital. sparagnare, sparmiare, franz. épargner DIEZ4 302.) eine denominativbildung zu dem adj. altn. sparr, ahd. spar (vgl. ags. spaer) sparsam, das vielleicht mit sper, spör (s. d.), zähe, trocken, kümmerlich, ärmlich, etymologische verwandtschaft hat. innerhalb der idg. sprachen stellt es sich wohl zu altind. spar- retten und lat. parcere, wo das s abgefallen ist. vgl. zeitschr. f. deutsche philol. 1, 147. bedeutung: der weg der bedeutungsentwicklung ist seit der ahd. zeit deutlich erkennbar. zu grunde liegt die bedeutung des unverletzt im guten, ordentlichen zustande erhaltens, ohne dasz sich überall die übergänge der einzelnen schichten genau bestimmen lieszen. 1) bewahren, schützen, vor allem von gott, dem schicksal, u. s. w. gesagt: servare hegen vel heigen vel sparen DIEF. 530, in älterer sprache häufig: er uns ginàdôn sinèn riat, then spar er nu zu libe, thag sulîchan kuning uns gihialt: uns allèn io zi liabe. (OTFRID an Ludwig 28;) am längsten hielt sich dieser gebrauch des wortes in fester redewendung: gott spare dich gesund, deus te diu sospitem atque superstitem sinat. DENTZLER, 2, 267; als nd. noch ADELUNG bekannt: im niederdeutschen sagt man noch: gott spare dich gesund, erhalte dich gesund, vgl.: juwe ersamicheit got lange spare sund. quelle bei SCHILLER - LÜBBEN 4, 304 u. ö. aus: Grimm, Jacob u. Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854 - 1960.

TransAct 2, Sprachfelder – Archiv
Boris Manner, Redaktion

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