With an Open Mind

Süddeutsche Zeitung: Kunst in der SZ

25.02.2002, Rubrik am Titelblatt

Kunst in der SZ

In dieser Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint zum ersten Mal eine von einem Künstler frei gestaltete Seite. Die Seite 5 trägt die Signatur des in Frankfurt lebenden und lehrenden Künstlers Thomas Bayrle gemeinsam mit seinem jüngeren Kollegen Andreas Zybach und stellt den Auftakt einer zwölfteiligen Serie von Kunstseiten dar, die in loser Folge in den nächsten neun Monaten in der SZ erscheinen werden. Dieses Kunstprojekt der SZ, das in dieser Form in Deutschland einzigartig ist, wird in Verbindung mit der Kulturstiftung der Deutschen Bank und der Alfred Herrhausen Gesellschaft für Internationalen Dialog sowie dem Wiener museum in progress realisiert.


Feuilleton, S. 13

Künstler gestalten SZ-Seiten

Seit elf Jahren engagiert das Wiener museum in progress wechselnde Kuratoren, die mit Künstlern den öffentlichen Raum der Mediengesellschaft besetzen. Auf Plakatwänden oder Häuserfassaden, in Zeitungen oder Magazinen verschafft die von Josef Ortner geleitete Institution der zeitgenössischen Kunst Auftritte jenseits der althergebrachten musealen Spielorte. museum in progress reflektiert auf diese Weise den Umstand, dass die Kunst der Gegenwart ohnehin an der Nabelschnur der Medien hängt: wo Kunst nicht publiziert wird, da nimmt man sie kaum noch wahr.

Daher kommt dem Kunstprojekt, das heute in der SZ startet, besondere Bedeutung zu: erstmals werden in dieser Zeitung Künstler ganze Seiten frei, d.h. ohne redaktionelle Eingriffe gestalten können.

Den Anfang macht heute auf Seite 5 der 1937 geborene Thomas Bayrle, der zunächst für die Werbung arbeitete und seit den späten sechziger Jahren Kunstwerke schafft, in denen viele kleine Motivzellen sich wie bei einem Organismus zu einem einzigen Bild zusammenfügen.

In den folgenden neun Monaten realisiert die SZ gemeinsam mit der Kultur Stiftung der Deutschen Bank und der Alfred Herrhausen Gesellschaft für Internationalen Dialog sowie dem Wiener museum in progress eine zwölfteilige Serie von Arbeiten, in denen sich mehrere Funktionen überlagern: da sie im Publikationsraum statt in einer Galerie erscheinen, sind sie nicht nur Kunstwerke, sondern erfüllen auch Public Relations Aufgaben in eigener Sache, und im Rahmen des Massenmediums SZ dokumentieren sie sich gleichsam von selbst.

Das kurzlebige Medium Zeitung wird durch die Veröffentlichung des Kunstwerks zum virtuellen Katalog oder Museum umgewidmet. Die beteiligten Künstler werden von einer Jury ausgewählt, der neben Vertretern der beteiligten Partner auch die Kuratoren Kasper König, Daniel Birnbaum und Hans-Ulrich Obrist angehören.

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